Identitäten im Wandel:
Das einheimische Gräberfeld von Francavilla Marittima (Kalabrien) und die Ankunft der Griechen in Süditalien

Prof. Dr. Martin Guggisberg, Universität Basel

Die am Golf von Tarent gelegene eisenzeitliche Siedlung von Francavilla Marittima diente zu Beginn des 1. Jahrtausends v. Chr. griechischen Seefahrern, Händlern und Siedlern als wichtiger Etappenort auf ihrem Weg in den westlichen Mittelmeerraum. Mit der Gründung der griechischen Kolonie Sybaris um 710 v. Chr. in direkter Nachbarschaft zur einheimischen Siedlung verändert sich die indigene Kulturlandschaft radikal. Seit 2009 untersuchen Basler Archäologinnen und Archäologen das zugehörige Gräberfeld und gehen dabei der Frage nach, wie die einheimische Bevölkerung auf die Ankunft der Fremden reagierte und wie aus der Begegnung der verschiedenen Kulturen eine neue „koloniale“ Identität in „Grossgriechenland“ entstand. Anhand der Ausgrabungsbefunde und -funde soll im Vortrag gezeigt werden, wie dieser Prozess der kulturellen Verschmelzung im Einzelnen vor sich ging und wie wichtig dabei die Rückbesinnung auf die eigene kulturelle Vergangenheit war.

17.12.2019 – 19:30 Uhr

Der Vortrag findet im Hörsaal 118 im Kollegiengebäude der Universität Basel, Petersplatz 1, statt.