Wie entsteht eine Münze?
Die frühneuzeitliche Münzproduktion in der Schweiz

lic. phil. Rahel C. Ackermann, Bern/Münchenstein

Seit der Antike bis weit ins Mittelalter hinein wurden die Münzen fast ausschliesslich von Hand mit einem Hammer geprägt. Im Spätmittelalter brauchte man dann so viel Hartgeld und auch grössere, dickere Münzen, dass die Handproduktion nicht mehr ausreichte. Es wurden Geräte erfunden, die den ganzen Produktionszyklus vom Herstellen des Münzrohlings bis zum Prägevorgang mechanisierten und damit erleichterten und beschleunigten. Diese Geräte wurden laufend angepasst und perfektioniert; ihre fernen Nachkommen stehen in den Prägeanstalten des 21. Jahrhunderts! Münzstätten des 16.–18. Jahrhunderts waren spezialisierte Werkstätten, jede Münzherrschaft – ein Fürst, ein Bischof oder eine Stadt – hatte seine eigene. Wie waren diese eingerichtet? Welche Geräte kamen zum Einsatz? Welche Spuren hinterliessen diese an den Münzen? Und was ist heute noch von ihnen erhalten? Wir verfügen über eine breite Palette an Quellen, anhand derer wir diesen Fragen nachgehen wollen: Bildliche Darstellungen, Verträge und Abrechnungen, zeitgenössische Skizzen und Pläne, erhaltene Geräte, archäologische Ausgrabungen, Münzstättenabfall und nicht zuletzt die Münzen selber, die zahlreiche Spuren von nachlässiger oder gar fehlerhafter Produktion zeigen.

07.11.2019 – 18:15 Uhr

Der Vortrag findet im Hörsaal des Pharmaziehistorischen Museums, Totengässlein 3, statt.